DPI und was sie bei Fotos bedeuten

Ich habe mal eine email bekommen, in der ein Abeitskollege mich „verzweifelt“ fragt,
ob seine neue Kamera nicht ok wäre.
Bisher würde ihm unter Eigenschaften bei der alten Kamera die Auflösung mit 300dpi angezeigt und mit der neuen würde nur 72dpi angezeigt. Wo er das umstellen könne, oder ob das ein Defekt wäre.

Da ich diese Frage schon des öfteren gehört habe, stelle ich meine Antwort hier auch mal rein,
vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen.

Bei einer Kamera ist die Angabe dpi(dot per Inch = Punkte auf ca. 2.5 cm) völlig irrelevant,
da die Auflösungsqualität sich ausschließlich aus den Gesamtpunkten(Pixel)aus der Länge und der
Breite ermitteln, also der Kameraauflösung.

Habe ich beispiesweise eine Auflösung von 4320×3240 Pixeln(14MB), so bedeutet das, daß
das Bild in der Länge aus 4320 Punkten und in der Höhe aus 3240 Punkten zusammengesetzt ist.

Erst wenn das Bild dargestellt werden soll(z.B. auf einem Drucker) kommt der Begriff dpi ins
Spiel. Denn nun muß ich dem Drucker sagen, wieviel Pixel er auf einen Inch(2,4cm) verwenden
soll.
Diese Verbindung zwischen Anzahl der Pixel, die auf 2,4 cm gedruckt werden sollen ergibt den Wert
dpi.

Als optimaler Wert wurde 300dpi(300 Punkte pro 2,5 cm) definiert.
Mehr Punkte kann der Mensch nicht mehr auseinanderhalten und weniger machen das Bild körniger.

Nun kommen zwei Fragen auf:
1. Wie groß kann den nun mein Bild ausgedruckt werden, damit ich noch die optimale Darstellung erhalte.

2. Wie groß muss bei vorgegebener Papiergröße meine Auflösung gerade noch sein, um die optimale Darstellung zu erhalten?

Zu 1:
Wir teilen die Länge und Breite der Auflöung jeweils durch 300.
In unserem Beispiel also: 4320/300 = 14,4 zoll und 3240/300 = 10,8 Zoll. Umgerechnet auf cm ergibt das ca. 36 cm x 27 cm.

Das heißt, in der besten Qualität kann ich damit eine Bild in der Größe von 36 x 27 cm drucken. Bei allen kleineren Formaten bleibt die Qualität ebenfalls hoch.

Zu 2:
Will ich ein Bild auf 15×10 cm drucken, rechne ich um:
Breite= 15/ 2.5 * 300 = 1800 Pixel und
Höhe=10/2.5*300 = 1200 Pixel.
Daraus ergibt sich: 1800 * 1200 = 2160000 = 2 Megapixel benötige ich maximal für diese Größe.

Die Angabe „dpi“ für Kamerabilder ist also völlig irrelavant. Für die Kamera ist nur die Auflösung(Länge * Breite in Pixel), oder Gesamtpixel für die Auflösung entscheiden.

Erst bei der Druckausgabe kommt das Verhältnis der Pixel zur Entfernung, nämlich dpi, ins Spiel.

Daher sehen Bilder auf dem (Standard-)Monitor auch nie so scharf aus, wie ausgedruckte, da dieser bei einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel, lediglich ca. 72 dpi anzeigen kann.

Dass die Angabe trotzem auch bei Bildern in den Eigenschaften, ja sogar in den exif-Daten vermerkt ist, entspringt möglicherweise nur
einer irgendwann mal gemachten Konvention. Hier könnte genauso 0 stehen, würde aber in einigen Programm evtl. eine „Divisionfehler durch Null“ nach sich ziehen, so dass von der Kamera hier willkürliche Zahlen geliefert werden(Hauptsache es steht was darin ;)).